Teilprojekt 2: Erstellung eines Beratungsmanuals

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Problemstellung:

Kinder körperlich kranker Eltern sind eine identifizierte Risikogruppe für seelische Erkrankungen. Bisher sind nur wenige Interventionskonzepte mit klinischen Erfahrungsberichten publiziert und teilweise auch evaluiert. Es gibt jedoch noch keine hinreichende Evidenz für deren präventive Wirksamkeit. Zudem ergibt sich aus jeweils spezifischen krankheits-, familien-, und altersbezogenenen Konstellationen die Notwendigkeit, eine Intervention den Gegebenheiten flexibel anpassen zu können, wozu es bei einem standardisierten Manual entsprechend spezifischer Sub-Manuale bedarf. Ein weiteres Problem besteht darin, dass psychosoziale Hilfsangebote für Kinder von Krebspatienten im ambulanten Beratungs-Setting bislang vorwiegend von Familien aus gehobeneren Bildungsschichten in Anspruch genommen werden. Hieraus folgt, dass für Familien mit niedrigerem Bildungsstatus modifizierte Interventionskonzepte entworfen werden müssen (Outreach-Programme).


Ziele:

Auf der Basis des an der Hamburger Beratungsstelle „Kinder körperlich kranker Eltern“ entwickelten und im vorangegangenen COSIP-Projekt in einer Pilotstudie evaluierten COSIP-Interventionskonzeptes soll ein multizentrisch anwendbares standardisiertes Manual entwickelt und erprobt werden. Mittelfristiges Ziel ist eine hinreichende Evidenzbasierung zur wissenschaftlichen Untermauerung der Forderung, dass die Einbeziehung elternschafts- und kindzentrierter Interventionen in der psychosozialen Versorgung von Krebspatienten mit minderjährigen Kindern zum Leitlinienstandard wird.


Methoden/Beschreibung des Arbeitsplanes:

  • Schulung aller in der klinischen Versorgung beteiligten Zentren in der klinischen Anwendung des Hamburger COSIP-Beratungskonzeptes
  • Klinische Implementierung des publizierten Hamburger COSIP-Beratungskonzeptes an verschiedenen Zentren, teilweise mit unterschiedlichen Zielgruppen-Schwerpunkten (z. B. Alters- und Diagnosegruppen, palliativer Versorgungskontext etc.)
  • Klinische Erprobungsphase mit fortlaufender formativer Evaluation und regelmäßigem dokumentierten Erfahrungsaustausch in gemeinsamen Workshops bei den Arbeitstagungen.
  • Gemeinsame Erstellung eines bedarfsorientiert flexibel handhabbaren standardisierten Manuals mit mehreren spezifischen Modulen, u. a.:


Module zu krankheitsbezogenen Situationen:

  • Krisenintervention bei bevorstehendem Tod eines Elternteils
  • Prozessbegleitung von Kindern im Rahmen von „palliative care“
  • Vorbereitung auf Hochrisikobehandlungen (z. B. KMT)
  • Aufklärung von Kindern bei infauster Prognose (z.B. Glioblastom)
  • Begleitung von Kindern mit Eltern, die eine hirnorganische Wesensveränderung entwickeln (Eltern mit Hirntumoren)
  • Umgang mit spezifischen Stressbelastungen im Krankheitsverlauf, z. B. Auftreten eines ersten Rezidivs nach zunächst erfolgversprechender Erstbehandlung
  • Begleitung von Mädchen in der Pubertätsentwicklung bei Brustkrebserkrankung der Mutter


Module zu familienbezogenen Situationen:

  • Unterstützung allein erziehender krebskranker Eltern
  • Umgang mit prämorbiden Paar- und Familienkonflikten
  • Gezielte Interventionen zur Stützung der Geschwisterbindung als Ressource
  • Stützung der Elternfunktion im ausschließlichen Eltern-Setting
  • Umgang mit kulturellen Besonderheiten bei Migrationsfamilien
  • Kindzentrierte aufsuchende Familieninterventionen (Sozialpädagogisches Outreach-Konzept) bei Familien aus unteren Bildungsschichten


Module für bestimmte Altersgruppen:

  • Unterstützung der kognitiven Orientierung bei Klein- und Vorschulkindern
  • Unterstützung antizipierender Trauerarbeit bei Jugendlichen
  • Unterstützung von jungerwachsenen Kinder als Angehörige
  • Erstellung eines Schulungsmanuals zur Anwendung des Interventionsmanuals
  • Multizentrische Erprobung der manualisierten Intervention in parallelen Pilotphasen




Verantwortlich:


PD Dr. med. Georg Romer

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Prof. Dr. med. Dr. phil. Uwe Koch

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Projektleitung:


Dr. phil. Birgit Möller

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Dr. phil. Corinna Bergelt

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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Zentrum für Psychosoziale Medizin

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

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