Gespräch mit Michael (12 Jahre), dessen Mutter Brustkrebs hat:
Berater: "Was geht in Dir vor, wenn Deine Mutter müde ist und sich hinlegen muss?"
Michael: "Dann bekomme ich Angst, dass sie einschläft und nie wieder aufwacht."
Berater: "Was wäre, wenn Du diese Sorgen Deiner Mutter sagen würdest?"
Michael: "Dann würde sie bestimmt noch mehr Angst haben."
Viele betroffene Kinder wollen ihre Eltern in dieser Situation nicht auch noch mit eigenen Sorgen belasten. Also versuchen sie mit ihren Problemen alleine fertig zu werden. So gut es eben geht. Viele Kinder reifen an dieser Situation. Manche überfordern sich damit. Unlust, Rückzug, Schwierigkeiten in der Schule, Esstörungen, Bettnässen, psychosomatische Störungen - können, müssen aber nicht die Folge sein. Ziel unserer Arbeit ist es, Entwicklungskrisen vorzubeugen: Das ist möglich, wenn Eltern und Kinder miteinander Wege finden, sich mit den bestehenden Belastungen auseinanderzusetzen. Frühzeitige Beratung soll eine hilfreiche Brücke sein.